It’s Tea Time – die wichtigsten Regeln für die Teeparty

Es steht ein Urlaub in England an, doch statt Vorfreude plagt die Angst, bei der „Tea Time“ wie der Elefant im Porzellanladen daherzukommen, anstatt mit einwandfreier Etikette zu beeindrucken? Wir haben die wichtigsten Regeln des des „Tee-Knigge“ gesammelt.

Sahne im Tee

 

Unfallfrei durch die Teeparty

Zur rechten Zeit am rechten Ort – diese Redewendung spielt auch bei der Tea Time eine tragende Rolle. Wer wie die Engländer genießen will, bequemt sich um 16 oder 17 Uhr an das makellos gedeckte Tischchen. Wer stilecht beeindrucken will, beginnt am besten schon einmal damit, das Silbertablett zu polieren. Doch auch ohne Tafelsilber gilt – beim englischen Teegenuss sind Gastgeberqualitäten gefordert! Der Gast darf sich keinesfalls selber nachschenken, wohl auch um unliebsames Klirren zu vermeiden. Auf dieses sollte man auch beim Umrühren des Tees tunlichst verzichten.

Hat man den Tee möglichst geräuschlos in Bewegung versetzt, ist schon die halbe Strecke durch das Feld der Fettnäpfchen geschafft. Jetzt bloß nicht die Konzentration verlieren –  beim Trinken gilt es Tasse und Untertasse nicht zu weit voneinander zu entfernen. Am besten hebt man das Porzellan bis auf Kinnhöhe an und kippt die Tasse nur leicht an, um – ebenfalls geräuschfrei – zu genießen. Schlürfen ist bei der Teezeit absolut verpönt, genau wie das ablecken der Teelöffels.

Spoons isolated on white

So weit, so gut. Nun zu einem heiklen Thema, das die Engländer bis heute in zwei Lager trennt. Die Frage lautet „MIF oder TIF?“. Gemeint sind die zwei Arten, dem Tee die obligatorische Milch hinzuzufügen: Milk in first oder Tea in first? Die Queen gibt stets zuerst den Tee in die Tasse, doch die Reihenfolge ist prinzipiell jedem selbst überlassen.

Auch die Wahl der Beilagen zum Tee folgt keinen festen Regeln. Die beliebtesten Leckereien sind jedoch Scones – süße Brötchen, die in der Regel mit Clotted Cream, einem dicken Rahm, und Marmelade genossen werden. Auch süßes Mürbeteiggebäck, das Shortbread, wird gerne zum Tee gereicht. Doch ob salzige Sandwiches, süßes Karamell, knusprige Schokolade oder vegetarische Häppchen –  der Kreativität sind bei der Wahl der Beilagen kaum Grenzen gesetzt.


 

Der perfekte „Afternoon-Tea“

Die Theorie der „feinen englischen Art“ des Teegenusses sollte nun klar sein  – fehlt also nur noch das Objekt der manierlichen Begierde, sprich der Tee. Um diesen nach allen Regeln der Kunst zuzubereiten, bedarf es natürlich erst einmal eines hochwertigen Produktes. Hier spielt es keine Rolle, ob der Tee lose oder in Beuteln daherkommt, wichtig ist nur, dass er hochwertig ist, denn nur so erlangt man letztlich ein zufriedenstellendes Ergebnis. Bevor der Tee in die Kanne kommt, sollte diese mit heißem Wasser vorgewärmt werden. So kann das Getränk später sein Aroma besser entfalten.

Wichtig ist außerdem, dass die Blüten, Blätter oder sonstige Bestandteile des Aufgusses genügend Platz haben, um richtig zu ziehen. Auf Tee-Eier oder kleine Siebe sollte also verzichten, wer die Tea Time stilecht zelebrieren will. Was die Menge betrifft, gilt die simple Faustregel „ein Teelöffel Teeblätter pro Tasse“. Die entsprechende Menge wird nun mit heißem Wasser begossen – wie heiß es sein soll, ist von Tee zu Tee verschieden. So soll schwarzer Tee in kochendem, grüner Tee in 65-75°C warmem Wasser ziehen.

China teapot isolated on white background

Je nach gewünschter Intensität belässt
man die Teeblätter zwischen 3-5 Minuten in der Kanne. Anschließend werden alle Pflanzenteile entfernt. Um das Getränk über längere Zeit warm zu halten, kann – wie in England üblich – ein Teehäubchen verwendet werden. Bei Gebrauch eines Stövchens ist Vorsicht geboten, dieses kann das feine Aroma des Heißgetränkes verändern.

Die Engländer trinken ihren Tee am liebsten pur, nur mit Milch verfeinert. Zucker oder Zitrone verfälschen seinen reinen Geschmack nur und sollten daher besser außen vor bleiben.

 

 

Wer all diese hilfreichen Tipps für den perfekten Teegenuss verinnerlicht, kann von nun an bei jeder Tee Party brillieren.  Von wegen „abwarten und Tee trinken“ – das will gelernt sein!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s