Winzer-Tour durch Südafrika Tag 3

20150204_182832_Blick auf Kellerei

20150204_195406_General Manager Koos Jordaan und Daniel Verkosten
Daniel mit Manager Koos Jordaan.

An Tag 3 ging es hollywoodreif weiter – wortwörtlich. Denn kaum startete Daniel seine Tour über das sagenhafte 4.000 Hektar umfassende Weingut Lourensford, kam ihm ein Autokorso eines Filmteams entgegen, das gerade seine Dreharbeiten beendet hatte. Die filmreife Landschaft ist in einem von mächtigen Bergen umringten Tal gelegen, das dreizehn Stauseen und 135 Hektar Rebstöcke in sich fasst. Der große Rest des Guts wird hauptsächlich zum Obstanbau genutzt. Aber wenn man schon Stauseen hat, wieso dann nicht gleich Forellen züchten? Sage und schreibe 70.000 bis 100.000 Fische werden dort pro Jahr großgezogen. Ob sie zum Fischen da sind, wissen wir nicht, doch selbst Leoparden schleichen auf dem Gelände herum – Lourensford ist also Wildnis und Schönheit in Reinform.
Nach der persönlichen Begrüßung durch Winemaker Hannes Nel und Manager Koos Jordaan wurde erst einmal ein Sekt geköpft. Und damit meinen wir nicht einfach nur geöffnet, sondern tatsächlich mit einem Säbel am Hals abgeschlagen. Nun ja, andere Weingüter, andere Sitten. Nach dieser kleinen Erfrischung ging es dann zu einem der Stauseen, an dem bei einem BBQ die Weinverkostung zelebriert wurde. Was direkt positiv auffällt: Bei Lourensford wird der Wein ausschließlich biodynamisch produziert, da man sich zum Ziel gesetzt hat, die majestätische Flora und Fauna des Guts zu erhalten.
Beim Winetasting durften dann endlich die Geschmacksnerven jubeln. Der Lourensford Chardonnay 20150204_175722_Tafel2013 wächst auf einer höheren Lage, vordergründig auf Sandboden und punktet dadurch durch herrliche Mineralität. Die dezente Holznote im Bouquet wird abgelöst von einer angenehmen Frische, die die dargereichte Champignon Quiche optimal begleitet. Ein weiteres Highlight ist der ‚River Garden‘ Rosé, der von den Winzern auch liebevoll „Unser Romantischer“ genannt wird. Der Saft des „Romantischen“ bekommt bei der Gärung nur zwei Stunden Kontakt mit den Häuten und punktet mit den verlockendsten Eigenschaften von Merlot (Eleganz), Shiraz (Würzigkeit) und Mourvèdre (das gewisse Etwas). Der dritte Liebling unseres Chefs nennt sich Lourensford Merlot 2011, der für fünfzehn Monate in französischen Eichenbarriques ausgebaut wurde. So zeigt sich im Bouquet eine gewisse Würze, die am Gaumen von einer Balance aus Holz und Früchten gekontert wird.
Daniels Fazit im Anschluss an seinen Besuch bei Lourensford beeindruckt uns jedoch fast am meisten, denn zunächst bestand dieses aus Sprachlosigkeit. Ein solches Rundumpaket, ein solch traumhaftes Gut samt fantastischem Wein und herzlichen Menschen, die sich trotz Größe und Erfolg voller Gastfreundschaft den ganzen Abend Zeit nehmen, um mit ihnen zusammen zu sitzen – das hatte er nicht erwartet. Aber werden die besten Weine nicht gemacht, um gerade dies zu tun: Erwartungen zu übertreffen?


20150204_114635_Ausblick Kellerei

Viel Zeit bleibt nicht, denn das nächste Weingut ruft! Auch wenn es sich bei McGregor nicht um ein klassisches Weingut handelt, sondern vielmehr um eine aus 25 Familien bestehende Kooperative. Diese 25 Familien bringen ihre 20150204_125045_WeinauswahlTrauben zu McGregor, die sich dann für die Herstellung des Weines verantwortlich zeigen. Durch die verschiedenen Lagen der Rebstöcke ist es dem Winemaker Elmo du Plessis möglich, viele unterschiedliche Stilrichtungen in die Weinproduktion einfließen zu lassen. 1948 gegründet, ist McGregor stetig gewachsen – genauso wie seine Tanks, die inzwischen bis zu 117.000 Liter fassen. Trinkt man einen Liter pro Tag, würde man also 320 Jahre brauchen, um den Tank zu leeren. Na, dann guten Durst!
Zunächst hält Mr. du Plessiseine Überraschung bereit und 20150204_120539_14 tägiger Sauvignon Blanc und 107000L Stahltank - meine Höhe etwa 20000lässt Daniel einen erst vierzehn Tage gereiften Sauvignon Blanc probieren. Es lässt sich gut beobachten, dass der Wein zu dieser Zeit beinahe noch Saftcharakter hat, der Alkohol sich aber langsam ausbildet. Im Anschluss geht es fast im Safari-Stil eine halbe Stunde durch die bergige, trockene Landschaft zu einem abgelegenen, aber mit vier Sternen dekorierten Restaurant namens Lady Grey Restaurant, das ebenfalls zu McGregor gehört. Bei einem exzellenten Essen werden ein Chardonnay und ein Cabernet serviert, die das tolle Mahl hervorragend abrunden.
McGregor’s Weine gehören nicht zu den hochpreisigsten Weinen auf dem Markt, wissen aber immer wieder auf ganzer Linie zu überraschen. Wie viel Mühe sich die Verantwortlichen gegeben haben, mit ihm zu diskutieren, ihn herumzuführen und seinen Aufenthalt unvergesslich zu machen, hat Daniel stark beeindruckt. Und die Landschaft hat auch hier in seinem Gedächtnisbilderbuch einige große Seiten gefüllt.

Wenn ihr die feinen Tropfen mal persönlich kennenlernen wollt, gibt es sie hier zur Feier des Tages für kurze Zeit reduziert, entweder von Lourensford oder von McGregor.

Die Winemaker würden sich freuen, wenn ihr sie im Netz besucht.Hier findet ihr Lourensford und McGregor!

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