In der Champagne knallen die Korken!

Als der französische Benediktinermönch Dom Pierre Perignon im 18. Jahrhundert die erste Flasche seines Schaumweins in den Händen hielt, zweifelte er an seiner Kunst. Denn Hochwürden glaubte, dass es sich bei den Perlen im Champagner nur um einen Fehler handeln könne. Ein Glas reichte aus, um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. „Komm schnell, ich trinke Sterne!“, soll der beleibte Bruder voll Begeisterung ausgerufen haben. Bis heute halt Perignons Freudenschrei nach.

Early summer in Champagne, France

Aktuell sorgt die Entscheidung des UNESCO, deren 21 Vertreter einstimmig die Aufnahme der „Coteaux, Maisons et Caves de Champagne“ (Hügel, Häuser und Weinkeller der Champagne) in die Liste des kulturellen Welterbes beschlossen haben, für Begeisterung. Damit steht die Champagne auf einer Stufe mit dem Taj Mahal in Indien, der Chinesischen Mauer und dem Machu Pichu in Peru. Eine Riege magischer Orte, die so erlesen ist, wie die Kreise, in denen man seit Jahrhunderten dem Champagner huldigt. Kein geringerer als Wolfgang Goethe rief „Ich will Champagner Wein, und recht moussierend soll er sein!“ und prägte damit die prickelnde Vorliebe vieler Dichtergenerationen. Wie lange Goethe auf sein Fläschchen warten musste, ist nicht überliefert.

In Zeiten automobiler Beschleunigung gelangt der Genussreisende über die „Autoroute de L’est“ in die knapp 130 Kilometer östlich von Paris gelegene Weinbauregion.  Die Schilder der alteingesessenen Weingüter tragen Namen wie „Moets Chandon“, „Roederer“, „Abel Lepitres“, „Pierre-Jouets“ oder „Veuve Clicquot“. Schon ihr Klang lässt erahnen, welche Schätze in den Kreidegestein-Kellern dieser Manufakturen lagern. Ein Gesetz von 1927 reserviert ihr Markenzeichen, die Bezeichnung „Champagner“, für  Erzeugnisse der vier Gebiete Reimser Berge, Marnetal, Weißer Hang und der Aube. Obwohl  die Champagne nur drei Prozent der französischen Weinbaufläche für sich beansprucht, zählen ihre 34.000 Hektar Anbaufläche zu den prominentesten der Welt. Die Verbindung aus Kreidegrund und einer 20-50 cm dicken Humus-Lehmmischung schafft ein reichhaltiges Nährstoffangebot und einen vortrefflichen Feuchtigkeitsspeicher, der auf dem ganzen Globus einzigartig ist.

Retro style party with only one model

Nicht nur der Boden darf sich Unikat nennen. Das handwerkliche Können der lokalen Winzer ist aus einer einmaligen Tradition hervorgegangen, die im 18. Jahrhundert wurzelt. Dom Pérignon und Frère Jean Oudart legten mit ihrer revolutionären Fermentationstechnik den Grundstein für kommende Winzer-Generationen. Sie ist dem kühlen Klima der Champagne geschuldet, das lediglich eine vergleichbar kurze Vegetationsperiode zulässt. Die Traubenernte erfolgte daher in der späteren Jahreshälfte, weshalb der Hefe nur wenig Zeit blieb, den Zucker in den gepressten Trauben vollständig  in Alkohol zu verwandeln. Der einbrechende Winter brachte den Fermentationsprozess für mehrere Wochen zum Erliegen. Doch mit der wärmenden Kraft des Frühlings setzte die Gärung in der Flasche ein zweites Mal ein. Das bei diesem Prozess entstehende Gas sammelte sich in der Flasche und bildete die beliebten Kribbelperlen aus. Wie so häufig, hatte der Zufall einen wesentlichen Anteil an der Geburt des Champagners.

Wenige Jahre später stellte Napoleon Bonaparte fest: „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn“. Damit begründete er den Siegeszug des Champagners an den europäischen Höfen, der bald zum Lieblingsgetränk der Reichen und Schönen avancierte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wohl auch deshalb widmete Pierre Cheval, Vorsitzender des Vereins der Landschaften der Champagne, acht Jahre seiner Lebenszeit dem UNESCO-Auswahlverfahren, das er schließlich erfolgreich beendete. Zu der umkämpften Auszeichnung gratulierte der französische Präsident  François Hollande und würdigte die internationale Anerkennung der Regionen, deren Erbe zu den größten Reichtümern des Landes gehöre. Auch Pierre Cheval selbst fand voller Rührung große Worte: „Wir sind berufen und verpflichtet, diese Landschaft, dieses handwerkliche Können und dieses Erbe zu bewahren, zu pflegen und es unbeschädigt künftigen Generationen anzuvertrauen. Dies ist ein Augenblick der Begegnung mit der Geschichte im Großen, voller Bedeutung für die ganz unmittelbare Geschichte unseres Projekts.“ Wie viele Flaschen Champagner die Winzer anlässlich der guten Nachricht geköpft haben, wollten Sie nicht verraten. Es dürften einige gewesen sein.


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Champagner Alexandre Bonnet brut Grande Réserve
Champagner Alexandre Bonnet brut Grande Réserve

„Champagner ist wohl die glückhafteste Inspirationsquelle.“ Mark Twain

Blanc de Blancs
Brut Cuvee Chardonnay – Blanc de Blancs

„Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“  Napoleon Bonaparte

Nocturne 'Purple Nights Edition'
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„Irgendwann kommt der Moment im Leben einer jeden Frau, wo das Einzige, das hilft, ein Glas Champagner ist.“ Katherine Marlowe


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