Aus Liebe zum Gin: Interview mit WINDSPIEL

Windspiel Team2 (1)

Windspiel – das sind Denis, Rebecca, Sandra, Kartoffelbauer Tobias und Destillateurmeister Holger. Mit ihrem Premium Dry Gin stehen sie in der Tradition einer Revolution, die sich ausschließlich um die Kartoffel drehte: Am 24. März 1756 gab Friedrich der Große ein Rundschreiben heraus, in dem er die Bevölkerung dazu aufrief, aufgrund ihres vielseitigen Nutzens mehr „Tartoffeln“ anzubauen. Die inzwischen urdeutschen Erdäpfel glänzen heute auch jenseits von Kochtopf und Bratpfanne, denn die Spirituosen-Spezialisten aus der Vulkaneifel gewinnen den Alkohol für ihren Gin ausschließlich aus der Kartoffel. Und auch der Name Windspiel ist eine Hommage an den alten Fritz, denn seine zweite große Leidenschaft galt der gleichnamigen Hunderasse. Diese königliche Geschichte kleidet nun einen ganz besonderen Premium Dry Gin, der mit einer angenehmen Milde und einer herausragenden Komposition ausgesuchter Botanicals überzeugt. Wir sprachen mit Prokurist und Vertriebsleiter Denis Lönnendonker, um zu erfahren, was wirklich hinter der Kraft der Kartoffel steckt und wie man es als Quereinsteiger ins Spirituosengeschäft schafft.


Wie dürfen wir uns das Leben auf dem Weilerhof vorstellen? Lebt ihr dort alle 
gemeinsam in einer Art WG? 

Leider ist der Weilerhof doch etwas klein für uns alle, daher wohnt nur Tobias dort mit seiner Frau, Familie, Hunden, Ziegen und Schweinen. Wir sind aber immer gerne vor Ort, um die angenehme Atmosphäre für neue Ideen zu nutzen, gemeinsam über die Felder zu streifen und zu überlegen, was wir noch machen könnten.

Warum “Craft Gin”? Was macht Windspiel besser als die industrielle Massenware?

Unser Windspiel Gin ist wahres Handwerk – von der Herstellung des Rohalkohols bis hin zur Etikettierung. In einem speziell von unserem Destillateurmeister entwickelten Verfahren wird dafür der Alkohol zuerst dreifach destilliert. So wird er besonders mild. Im Anschluss gibt unser Destillateurmeister die Botanicals nach einem traditionellen Rezept hinzu, füllt den fertigen Gin später per Hand ab und verschließt ihn mit unserem Korken. Der gesamte Prozess zieht sich über mehrere Wochen, bis der Gin schließlich, ebenfalls per Hand, etikettiert werden kann und das Fähnchen seinen Platz am Flaschenring findet.

Keiner von euch ist gelernter Brennmeister. Wie schwierig ist es als Quereinsteiger im Spirituosengeschäft? 

Wir haben ja Gott sei Dank sogar einen gelernten Brenner- und Destillateurmeister an unserer Seite. Das macht es im Spirituosengeschäft natürlich viel einfacher, gerade weil er das fachliche Know-How hat. Aber wir ergänzen uns auch so gut. Manchmal haben wir Ideen und fragen uns, ob sie umsetzbar sind. Dann steht uns unser Destillateurmeister immer zur Seite und experimentiert mit uns gemeinsam. Das macht sehr viel Spaß.

Wieso wird Gin plötzlich (also seit max. 10 Jahren) auf dem deutschen Markt so stark wahrgenommen bzw. nachgefragt?

Wir glauben, dass es den Windspiel Fass f++r Reserved Gin mit BotanicalsMenschen in den letzten Jahren wieder wichtiger geworden ist, sich etwas zu gönnen. Weg vom reinen Konsum, hin zum ganz besonderen Genuss. Da gehören auch Spirituosen zu. Gin war ein Geheimtipp, der sich in dem Umfeld gut entwickeln konnte. Menschen möchten heute wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, wie sie hergestellt werden und sind dafür auch bereit, mehr Geld auszugeben. Qualität zählt wieder und daher konnte unserer Meinung nach auch der Gin-Markt in Deutschland so gut wachsen.

Wie wichtig ist das Drumherum: Story, Branding, Erlebnisfaktor? Kann man sich ohne starken Fokus auf diese Komponenten am Markt durchsetzen?

Die Kombination macht es aus. Wenn eine Marke oder ein Produkt nichts erzählen können, werden sie nicht bekannt und die Menschen kaufen sie nicht. Aber Geschichten, die nicht real und fernab jeder Wirklichkeit sind, sind auch nicht das Erfolgsrezept. Wichtig ist, eine Vision zu haben, diese umzusetzen, kreativ zu sein und damit nach außen zu gehen. Am Ende werden die realen Produkte auf dem Markt bestehen bleiben. Denn wer beispielsweise einmal bei uns auf dem Acker gestanden hat, weiß, wenn er die Umgebung sieht, wie wir uns gefühlt haben, als wir die Idee zu Windspiel hatten.

Warum Kartoffeln und nicht Getreide? Was ist der Vorteil der Kartoffel? 

Wir haben damals schon Kartoffeln angebaut und uns eines Tages gefragt, was wir noch machen könnten. Als Gin-Liebhaber kam uns da als erstes ein Gin aus unseren Kartoffeln als Idee. Wir haben dann recherchiert, ob das möglich ist und nach einem Destillateurmeister Ausschau gehalten, der das Projekt mit uns umsetzen möchte. So haben wir Holger, unseren Destillateurmeister, gefunden. Er verarbeitet unsere Kartoffeln zu dem besonders milden Rohalkohol, der Windspiel Gin so einzigartig macht.

Ihr lebt in der Vulkaneifel. Packt euch manchmal die Sehnsucht nach den Großstädten mit ihren vielseitigen Bar-Szenen? 

Natürlich packt einen manchmal die Lust, durch die Stadt zu ziehen. Jeder von uns hat auch mal das Stadtleben genossen, aber am Ende sind wir hier in unserer kleinen Idylle gelandet. Wir haben gelernt, die kleinen Laute der Natur zu schätzen und fühlen uns hier auch nicht einsam. Ein kleines bisschen mehr Barkultur wäre natürlich manchmal schön, aber dann fahren wir in die Großstädte der Umgebung und genießen sie dort.

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Pur oder mit Tonic? Wie trinkt ihr euren Gin am liebsten und warum? 

Wir mögen unseren Gin am liebsten mit unserem Tonic Water. Der Gin & Tonic schmeckt sehr erfrischend und vereint die würzige, traditionelle Note des Gins mit den Zitrusaromen des Tonics. Für uns ist das einfach die beste Kombination.

Wie reagieren Bar-Profis auf Windspiel? Werden wir ihn bald in noch mehr Bars finden? 

Das Tollste für uns ist der Moment, in dem Bar-Profis den Korken unserer Flasche öffnen, am Gin riechen, ihn einschenken, probieren und lächeln. Das ist für uns schon das größte Lob und ein unfassbares Gefühl. Da wir viele solch toller Momente in letzter Zeit hatten, hoffen wir demnächst in noch mehr Bars vertreten zu sein.

Neben dem Premium Dry Gin und dem Tonic Water finden sich auch Gin-Trüffel in eurem Sortiment. Wie kam es zu dieser Idee ?

Wir kannten die Confiserie Raab schon einige Jahre, als wir dem Konditormeister Stephan Raab dann erzählten, dass wir vorhaben, einen Gin zu machen. Er war sofort von dem Vorhaben begeistert und wollte zusammen mit uns die passenden Pralinen entwickeln. So sind unsere heutigen Gin-Trüffel entstanden.

Ist für die Zukunft noch etwas ähnlich Ausgefallenes wie die Trüffel-Pralinen geplant?

Die Ideen gehen uns nie aus und wir arbeiten an ein paar neuen Sachen. Seid gespannt, was es als nächstes von den Windspiels geben wird.

Die Produkte von Windspiel findet ihr hier!

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