DELINERO deckt auf… Chia – ein Hype und seine Geschichte auf dem Prüfstand

Seit einigen Jahren sind die kleinen Körnchen von hippen Instagram-Kanälen nicht mehr wegzudenken, in Sport- und Lifestylezeitschriften werden sie gefeiert wie Stars – Chia-Samen. Aber warum ist das so? Und was ist dran an dem Hype? DELINERO deckt es für euch auf!

Der lange Weg zum Superfood

Chia ist ein mexikanisches Urgestein. Schon vor Jahrtausenden wurden sie von den Mayas und Azteken als Grundnahrungsmittel gegessen und noch heute wird es hauptsächlich in Mittel- und Südamerika angebaut. Schon lange bevor die Samen um 1980 in den USA das Prädikat „Superfood“ verpasst bekamen und seitdem hartnäckig die Küchen der Welt erobern, schwappten sie nach Europa: Wahrscheinlich brachten die spanischen Eroberer sie im 16. Jahrhundert aus Südamerika mit zurück in ihre Heimat. Wie schade, dass sie die Kraft-Kerne nicht als solche erkannten – und statt sich selbst lieber ihre Tiere damit versorgten. Erst vierhundert Jahre später wurden Chia-Samen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erforscht, die 2013 endgültig ihr „Go“ für den Vertrieb gab. Seitdem dürfen ganze Samen eingeführt werden und sind auch in Europa auf dem Vormarsch.

Kein Wunder – die Kleinen strotzen vor Gutem: Ballaststoffe, Omega 3, Eiweiß, Antioxidantien, Vitamine, Magnesium, Calcium… Ob Beschwerden mit Magen, Darm, Gelenken, Blutdruck, Cholesterin, Stress, Schilddrüsen, Diabetes – Chia scheint bei fast allem zu helfen. Klingt irgendwie fast zu schön, um wahr zu sein, oder?

ChiasamenNah

Was gibt’s zu beachten?

Weil Nährstoffe beim Erhitzen verloren gehen, verwendet man Chia am besten in Rohform. Isst man sie trocken, dabei auf jeden Fall genug trinken, denn die Samen binden Flüssigkeit. Das zeigen sie eindrucksvoll, wenn man sie in Wasser, Milch oder Saft quellen lässt. In wenigen Minuten vervielfachen sie ihr Volumen um etwa das Zehnfache und bilden eine Art Gelee: Den Chia-Pudding. Aber bitte nicht zu viel des Guten! Hierzulande ist das „Superfood“ noch recht unerforscht, deshalb wird eine tägliche Menge von einem Esslöffel empfohlen. In den USA ist die Angabe etwa dreimal so groß.

Nebenwirkungen treten nur wirklich selten auf, Allergien sind kaum bekannt. Wer blutverdünnende Medikamente nimmt, sollte mit seinem Arzt abklären, ob der Chia-Verzehr unbedenklich ist. Und weil Chia ein tatkräftiger Unterstützer der Verdauung ist, beugen die löslichen Ballaststoffe Verstopfungen vor und wirken zudem darmreinigend.  Aber Vorsicht: Ihr Körper sollte bereits eine gesunde Zufuhr von Ballaststoffen gewöhnt sein, sonst kann es leicht zu unangenehmen Blähungen kommen.

Heißt also: Die geballten Vorteile von Chia-Samen für eine gesunde Ernährung, gerade auch für Sportler und Figurbewusste, sind einfach unschlagbar.

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Nur was für Leistungssportler und Bloggerinnen?

Fitness-Gurus, Instagram-Beauties und (selbsternannte) Ernährungsexperten schwören seit Jahren auf das Superfood – und lassen uns auf sämtlichen Social-Media-Kanälen daran teilhaben. Ein Trend, der wie eine Welle durch die Medien schwappt und dadurch manchmal ganz schön nervt. Dabei sind die Samen längst nicht nur etwas für Selbstdarsteller!

Denn Chia ist:

  • Glutenfrei, und deshalb perfekter Getreideersatz bei Unverträglichkeit
  • Vegan und anstelle von Ei zum Backen geeignet: Dafür einfach einen Esslöffel gemahlene Chia Samen mit der dreifachen Menge Wasser vermengen. Je nachdem, wie viele Eier ihr braucht, die Mengen vervielfachen und dann ganz normal in den Teig rühren. Perfekt für Pfannkuchen, Brot und Gebäck.
  • Ballaststoffreich und sättigend: Ein Geschenk für alle mit stressigem Arbeitsalltag, die lange von ihren Mahlzeiten zehren müssen. Krankenschwestern und Ärzte überstehen mit Chia im Essen jede lange Schicht!
  • Proteinreich und damit optimal für Sportler und Aktive
  • Teuer? Schon, dafür isst man aber täglich nur wenig davon. So reicht eine Packung ziemlich lange. Gut auch, dass sie gefühlt ewig haltbar bleiben – bis zu 5 Jahren. Optimal für jene, die gerne auf Vorrat kaufen.

Die Qual der Wahl

Eigentlich sind Chia-Samen ganz schön blasse Mäuschen: Ziemlich mild, fast schon geschmacklos. Und dadurch endlos in ihren Möglichkeiten! Gemahlen profitiert man von der kompletten Nährstoffpalette. Im Ganzen schafft der Magen es nämlich nicht, Omega-3-Fettsäuren oder Mineralien freizusetzen. Wie man die Samen kleinkriegt? Kaffeemühle oder Standmixer reichen schon aus!

In den Klassiker können aber auch ganze Körner: Chia-Pudding besteht aus 1/3 Tasse Samen auf 2 Tassen Flüssigkeit. In 15 Minuten quillt die Mischung dann zur beliebten Frühstücksalternative, besonders in wilden Variationen: Mit (Kokos-)Milch, Soja-, Mandel- oder Hafer-Drinks, gestreckt mit Joghurt, in Kombination mit Kernen, Nüssen, getrockneten Früchten oder Obst.

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Weil Chia bindet, kann man auf Gelatine in Aufstrichen oder Desserts getrost verzichten. Einfach aus den gemahlenen Samen, pürierten Früchten, Kräutern oder Nussmußen und Wasser tolle Aufstriche und Nachtische mixen. Probiert auch mal gewagte Geschmackskombinationen aus – die Samen mögen Experimente!

Ganz easy peasy sind Chia-Toppings: über Suppe, Müsli, Joghurt, Eis, Smoothies,… Die rohen Samen verleihen selbst einfachen Gemüse- oder Reisgerichten einen besonders gesunden Kick. Keimen sie aus, sind sie die perfekten Sprossen im Salat.

Avocadosalat mit Chia

Unser Fazit

Chia-Samen genießen ihren Superfood-Ruf mit Recht und sind gerade jetzt im Frühling echte Energie-Booster. Und sie machen Spaß: Tobt euch aus, kreiert neue Kombinationen und tut eurem Körper ganz nebenbei etwas Gutes. Direkt in den Genuss der kleinen Alleskönner kommt ihr hier!

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