Belgien

Wir geben uns zu erkennen: Auch wir dachten bei Belgien zuerst an moderne Brüsseler Bauten aus Glas und Stahl, in denen Menschen in Anzug und Kostüm gehetzt durch lange Flure eilen, zum nächsten Meeting, der nächsten Abstimmung oder Antragstellung. Hier, inmitten dieses kleinen Landes, befindet sich schließlich die Schaltzentrale der europäischen Politik. Und es werden weitreichende Entscheidungen getroffen – für Europa und für die Welt. Wichtig in der Tat, dennoch eher schwer verdauliche Kost. Doch dort wo Rubens einst seine formbetonten Körper auf die Leinwand brachte werden auch heute noch unsere Sinne auf eine inspirierende Reise geschickt. Denn das Land mit seinen malerischen Küsten und dichten Wäldern, ist, wie auch schon die Vergangenheit zeigt, durchaus kreativ – und vor allem abwechslungsreich. Mit seinen farbenfrohen Jugendstilhäuschen und den grünen Berghügeln der Ardennenen ist in Belgien kaum etwas von grauer Eintönigkeit zu spüren. Und auch wenn die Zerrissenheit zwischen dem an den Niederlanden angelehnten Norden der Region Flanderns und der eher frankophon ausgerichteten Region Walloniens im Süden durchaus zu Spannungen geführt hat, so haben diese unterschiedlichen Einflüsse kulinarisch gesehen durchaus ihre Vorteile. Zwischen urigen Brauereien und extravaganten Schokoladenmanufakturen gibt es in Belgien eine wunderbare Vielfalt an regionalen Produkten und Rezepten zu entdecken. Denn eines wird in Belgien ganz bestimmt nicht verhandelt: Eine warmherzige und willkommene Gastlichkeit, die landauf wie landab ganz oben auf der Charta des Genusses steht.

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Nun aber erst einmal ran an den Speck, die Waffeln, die Trüffel, das Bier….

Waffel-Burger mit frittiertem Hähnchen und Süßkartoffelpommes
Cuberdon Cocktail
Salat mit karamellisierten Birnen, Bacon und Ziegenkäse
Käse-Bier-Suppe
Rosentrüffel


Waffel-Burger mit frittiertem Hähnchen und Süßkartoffelpommes

Belgische Waffeln, süß und klebrig? Die belgische Nationalleckerei kann auch anders und kommt in unserer besonderen Rezeptkreation in herzhafter Gesellschaft daher. Mit Bacon, Hähnchen und köstlicher Sauce wird aus der Süßigkeit ein extravaganter Burger mit dem gewissen Etwas. Da hat man doch gerne einen an der Waffel…

Zutaten (für 2 Personen):

4 Waffeln
4 Scheiben Frühstücksbacon
2 Hähnchenbrustfilets (je ca. 150g)
Semmelbrösel
Pflanzenöl zum Frittieren
etwas Mehl
1 Ei
1 Zwiebel
Dallas Sauce
Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Zubereitung:

Schritt 1: Die Hähnchenbrustfilets waschen, trocken tupfen und in 2-3 cm breiten Streifen schneiden (lässt sich später besser frittieren). Alles salzen und pfeffern. Zum Panieren das Fleisch zuerst in etwas Mehl wenden und dann in das aufgeschlagene Ei tauchen. Zum Schluß in Semmelbröseln wenden.

Schritt 2: Die panierten Hähnchenstücke in einer Pfanne mit reichlich Fett frittieren bis die Pannade goldbraun ist. Anschließend auf Küchenpapier gründlich abtropfen lassen. In einer beschichteten Pfanne den Bacon ohne Fett knusprig braten und herausnehmen.

Schritt 3: Die Zwiebeln in feine Ringe schneiden und in etwas Öl anbraten und mit Paprikapulver würzen. Zum Schluss jeweils ein Stück frittiertes Hähnchen auf eine Waffel legen und mit den Zwiebelringen und dem Bacon belegen. Die Dallas Sauce darüber träufeln und oben drauf wieder eine Waffel setzen. Dazu zum Beispiel Süßkartoffelpommes oder Salat servieren. Voilà!


Cuberdon Cocktail

Klein aber oho sind diese außerhalb belgischer Grenzen eher unbekannten Spitzen, die Jung und Alt buchstäblich zum Gipfel der Nascherei führen. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts begleiteten die „Neuzkes“ zahlreiche Generationen als glückliche Kindheitserinnerung. Jetzt sind die Himbeer-Gipfel ganz oben angelangt: als fruchtige Beigabe trendiger Cocktails  in der hippen belgischen Barkultur.

Zutaten:

5 cl Vodka (normal oder mit Zitronengeschmack)
1 cl Rohrzucker
1 cl frischer Zitronensaft
1 cl Himbeersirup (hier kann aber auch ein anderer Fruchtsirup gewählt werden, erlaubt ist, was schmeckt)
8 cl Sodawasser
1 Cuberdon
Eiswürfel

Zubereitung:

Schritt 1: Ein Glas mit Eis füllen um die richtige Menge abzumessen. Das Eis mit dem Zucker, Vodka, Zitronensaft und Himbeersirup in einen Shaker geben. Alles kräftig durchschütteln.

Schritt 2: Dann die groben Eisstücke aus dem Shaker entnehmen und den Rest durch ein Sieb in ein Glas gießen.

Schritt 3: Das Sodawasser hinzufügen und ganz zum Schluss einen Curberdonwürfel im Glas platzieren.


Salat mit karamellisierten Birnen, Bacon und Ziegenkäse

Süß, süßer, Sirup – so denkt wohl die Allgemeinheit über diesen köstlich klebrigen Fruchtsaft. Doch, wie sagt man so schön? Gegensätze ziehen sich an. Kein Wunder also, dass sich herzhafter Ziegenkäsesalat perfekt als pikante Bühne eignet, um den süßen Shootingstar von einer ganz neuen Seite kennenzulernen.

Zutaten (Für 2 Personen):

200 g Feldsalat
2 Birnen
3 EL Rohrzucker oder Honig
1 EL Butter
1 Pckg. Bacon
2 EL Sirop de Liege
4 EL Sherryessig
5 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Rolle Ziegenkäse

Zubereitung:

Schritt 1: Die Birnen gut waschen, halbieren und vom Kerngehäuse befreien. In mundgerechte Spalten schneiden, währenddessen den Rohrzucker bzw. Honig vorsichtig in einer Pfanne erhitzen. Wenn der Zucker sich gelöst hat bzw. Blasen schlägt die Butter hinzufügen, alles gut durchrühren und die Birnen hinzugeben. Alles für etwa 4 Minuten köcheln lassen, bis die Birnen gar und die überschüssige Flüssigkeit verdampft ist.

Schritt 2: Währenddessen den  Salat waschen und trocknen. Für die Vinaigrette den Sirup mit Olivenöl und Essig verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die fertigen Birnen aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen. Den Bacon in derselben Pfanne kross braten und ebenfalls beiseite stellen.

Schritt 3: Den Salat auf Tellern anrichten. Die Birnenspalten und den Bacon darüber geben.  Den Ziegenkäse in kleine Würfel schneiden oder mit den Fingern zerbröseln und ebenfalls über den Salat geben. Alles mit der Vinaigrette garnieren und servieren. Dazu passt ein trockener Weißwein und knuspriges Baguette.


Käse-Bier-Suppe

Dieses Süppchen vereint zwei köstliche Grundpfeiler der belgischen Kulinarik: Käse und Bier. Cremig. würzig und herb macht sich das Rezept besonders gut an kalten Herbsttagen. „Brügge sehen und sterben“ muss also nicht sein. Wir bevorzugen „Brügge schmecken und schwärmen“!

Zutaten (Für 4 Personen):

3 Zehen Knoblauch
125 g Bergkäse
50 g Butter
1 EL Mehl
500 ml Fleischbrühe
500 ml Milch
250 ml Bier
Salz
Pfeffer, aus der Mühle
Sahne
Bärlauch oder Schnittlauch

Zubereitung:

Schritt 1: Die Butter in einer Pfanne erhitzen. Währenddessen den Knoblauch fein hacken und ebenfalls in die Pfanne geben. Das Mehl unter ständigem Rühren hinzugeben und alles für einige Minuten anschwitzen.

Schritt 2: Nun ebenfalls unter ständigem Rühren die Brühe hinzugeben und alles einmal aufkochen lassen. Währenddessen des Käse reiben.

Schritt 3: Nun die Milch und das Bier mit hinzufügen. Nur erhitzen, nicht kochen! Nach und nach den Käse hineingeben bis er komplett zerlaufen ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Bedarf mit Sahne verfeinern. Wer mag kann die fertige Suppe mit Schnittlauch garnieren.


Rosentrüffel

Weiße Schale, rosa Kern- so lautet die Devise dieser herrlichen Trüffelpralinen mit Rosenwasser, die jedem echt belgischen Trüffel problemlos die Stirn bieten kann.

Zutaten (Für 30 Stck.):

200 g weiße Schokolade
100 g weiche Butter
1 frisches Eigelb
2 TL natürliches Rosenwasser
2 TL Rote Bete Saft
1 EL Cognac
100 g Kokosnussflocken

Zubereitung:

Schritt 1: Wasser aufsetzen und einem ausreichend großen Topf erhitzen. Währenddessen die Schokolade fein hacken und mit der Butter in eine dünnwandige Schüssel geben. Über dem heißen Wasserbad unter Rühren schmelzen lassen bis sich eine homogene Masse gebildet hat.

Schritt 2: Das Eigelb mit Rosenwasser, Rote-Bete-Saft und Cognac unter die Butter-Schokoladenmischung geben und alles in einen tiefen Teller. Im Kühlschrank aufbewahren, bis die Masse eine wächserne Textur hat.

Schritt 3: Wenn die Trüffelmasse die richtige Konsistenz erreicht hat mit einem Teelöffel Portionen in der Größe einer Kirsche ausstechen, zwischen den Handflächen zu einer Kugel formen und in den Kokosflocken wälzen. Bis zum Servieren im Kühlschrank lagern und innerhalb von vier Tagen verbrauchen.