Rumänien

Wie eine schöne alte Dame gibt sich dieses Land: Trotz der Narben des Kommunismus, aufrecht gehend und mit einem reinen Herzen, wobei es uns mit kreativer Energie und mystischer Aura in seinen Bann zieht. Das Herz des Balkans empfing uns in diesem Monat mit all seinen Facetten. Traditionell bäuerlich, modern, fruchtbar – Rumäniens Kulinarik ist ein gelungener Schmelztiegel der Kulturen, die es über die Jahrhunderte hinweg prägten. Dennoch ist das Land mit Elan und Aufbruchsstimmung der Zukunft zugewandt. Und so sahen wir uns um, dort zwischen Pannonischem Becken und dem Schwarzen Meer, in der Heimat Graf Draculas und der Walachei. Was wir fanden, zeichnet ein klares Bild einer Nation, die in die Zukunft blickt, um mit ihrer Lebensfreude und köstlichen Schätzen die Welt bei sich willkommen zu heißen. Begleitet uns auf einer süßen, würzigen, fruchtigen Reise und blickt tief in die kulinarische Seele Rumäniens.

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Nun aber erst einmal auf in östliche Gefilde, die den Gaumen frohlocken lassen!

Mamaliga-Dreierlei
Papanasi mit Honigcreme
Mititei
Apfelringe im Bierteig
Salamichips mit Chili-Dip
Moussaka „Pastrama-Style“


Mamaliga-Dreierlei [Mömöligö]

Ursprung ist ein Leitmotiv der rumänischen Kultur! Da wundert es kaum, dass ein so einfaches Gericht wie aufgekochter Maisgrieß sich den Platz des rumänischen Nationalgerichtes ergattert. Einst als Sättigungsbeilage auf bäuerlichen Tellern begonnen, genießt man mămăligă heute in allen Schichten. Wie viel die gelbe Leckerei tatsächlich kann, zeigen unsere drei Rezept-Variationen.

Grundrezept

Zutaten (Für 4 Personen):

250 g Maismehl
1 Liter Wasser
1 TL Salz
2 EL Öl oder Butter

Zubereitung:

Das Wasser salzen, zum Kochen bringen und das Maismehl langsam einrühren. Alles für etwa 20 Minuten köcheln lassen bis das Mehl aufgequollen und die Flüssigkeit verdampft ist, sodass ein zäher, feste Brei entsteht. Die Masse noch etwa 10 Minuten ziehen lassen und dann mit Öl oder Butter vollenden. Wer mag kann außerdem Kräuter und Gewürze dazu geben.



Frühstücksvariante

Zutaten (Für 4 Personen):

1 L Milch
40 g Joghurtbutter
225 g Maismehl
80 g magerer Reibekäse
Salz

Zubereitung:

Die Milch, gemeinsam mit der Butter, aufkochen lassen. Dann unter ständigem Rühren das Maismehl hinzugeben und bei niedrigster Hitze so lange quellen lassen, bis die Flüssigkeit fast verdampft und ein dickflüssiger Teig entstanden ist. Wer es am Morgen lieber herzhaft mag kann nun den Reibekäse untermischen und die Masse je nach Geschmack salzen. Für Naschkatzen eignen sich Früchte als Beilage, deftige Frühstücksfans können zum Beispiel Ei oder Bacon dazu genießen.



Hirtenspeise „bulz“

Zutaten (Für 4 Portionen):

500 g Maismehl
1500 ml Wasser
200 g Schafskäse
Olivenöl
Salz
Pfeffer
n. B. Thymian und Speck

Zubereitung:

Die nach Grundrezept gekochte mămăligă auf eine glatte Unterlage stürzen und kurz abkühlen lassen. Währenddessen den Schafskäse in Würfel schneiden. Den Maisbrei portionieren und jedes Stückchen mit Schafskäse, nach Belieben noch mit Thymian oder Speck bestücken, die Seiten schließen und den Teig zu einem Bällchen Formen. Die Kugeln nun entweder anbraten oder für weitere 20 Minuten bei niedriger Hitze im Ofen garen. Dazu schmecken Spiegelei oder Salat.


Papanasi [Papanaschi]

Dieses Rezept ist völliger Quark! Und das ganz bewusst, denn das herrliche Milcherzeugnis zaubert saftigstes Gebäck, das man in Rumänien auf nahezu jeder Speisekarte findet. Klassischerweise mit Schmand und Marmelade genossen, haben wir eine Version kreiert, die Rumänien auf Rang 4 Europas größter Honig-Produzenten wirklich alle Ehre macht.

Zutaten (Für 6 Personen):

Für den Teig:
300 g Quark trocken
2 Eier
2 EL Mehl
1 EL Griess
1 Tüte Vanillezucker
1 Prise Salz
2 EL Butter zum Braten

Für die Honigcreme:
1 Becher Schmand
2 EL Honig
1 Vanilleschote

Puderzucker

Zubereitung:

Schritt 1: Die Eier trennen und das Eigelb mit dem Quark verrühren. Mehl, Griess und Salz hinzufügen und alles gut vermengen. Nun das Eiweiß, unter Zugabe des Vanillezuckers steifschlagen und ebenfalls unter den Quarkteig heben, bis ein stichfester Teig entsteht.

Schritt 2: Mit einem Löffel Teigtaler aus der Schüssel nehmen und in einer mit Butter bestückten Pfanne auf beiden goldbraun braten. Währenddessen die Vanilleschote halbieren und das Mark herauskratzen. Den Schmand mit dem Honig und dem Vanillemark verrühren  und beiseite stellen.

Schritt 3: Wenn die Papanasi gar sind, kurz auf mehreren Lagen Küchenpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Die Quarktaler je nach Belieben auf kleine Teller verteilen und mit Honigcreme garnieren.


Mititei

Diese Leckerei ist die rumänische Version der populären Cevapcici. Ihre Herkunft geht höchstwahrscheinlich auf ein Bukarester Restaurant zurück, das fehlende Wurstdärme im 19. Jahrhundert ersetzte, indem man sie schlicht wegließ. Das war die Geburtsstunde eines weiteren rumänischen Nationalhappens, den man keinesfalls verpassen sollte.

Zutaten  (Für 4 Personen):

750 g mageres Rindfleisch
125 g frischer Rindertalg
3 Knoblauchzehen
3-4 EL Fleischbrühe
1 EL Condimente Mititei (je nach Geschmack)
Zacusca als Beilage

Zubereitung:

Schritt 1: Das Rindfleisch und den Talg zweimal durch den Fleischwolf geben. Sollte kein Fleischwolf in Reichweite sein, ist natürlich auch der Gang zum Fleischer in Ordnung. Die Knoblauchzehen feinhacken und zusammen mit der Condimente Mititei Würzmischung unter das Fleisch heben. Nun die Fleischbrühe dazugeben und die Masse gut durchkneten.

Schritt 2:Die Fleischmasse für ca. 20 Minuten ziehen lassen, damit sich die unterschiedlichen Aromen verbinden können. Während das Fleisch ruht, den Grill anheizen oder eine Pfanne mit 1-2 EL Öl auf dem Herd erhitzen. Die traditionellen Mititei werden zu kleinen, leicht dicklichen Würstchen gerollt. Falls zum Braten eine Pfanne verwendet wird, darauf achten, dass nicht zu viele Mititei auf einmal in die Pfanne gegeben werden, da sie sonst nicht die gewünschte Bräune erhalten.

Schritt 3: Die Rumänen servieren zu den Mititei klassischerweise eingelegte grüne Tomaten, Tomatenpaprika und Salzgurken. Außerdem reichen sie dazu fein gehackte Zwiebeln, einen Schafskäse namens Telemea, Oliven und eine mit Chilis geschärfte Gemüsecreme. Beliebt sind auch frittierte Kartoffelecken, Gemüsereis und ein Salat aus Blaukraut oder weißen Bohnen. Lässt sich übrigens auch toll mit Zacusca kombinieren.


Apfelringe im Bierteig

Dieses Rezept vereint die wunderbare Natur Rumäniens in Form saftiger Äpfel mit der ausgeprägten Bierkultur des Landes. Luftiger Bierteig umhüllt die fruchtigen Leckereien, dank derer sich die Geschmacksnerven buchstäblich kringelig freuen können…

Zutaten (Für 4 Personen):

Bierteig:
200 g Mehl

300 ml Bier
2 Eigelbe
0,5 TL Zitronenabrieb
1 Prise Zimt
1 Prise Nelken
1 TL Vanillezucker
40 g Butter, flüssig
1 Prise Salz
2 Eiweiße
20 g Zucker

Apfelküchle:
4 Äpfel mittelgroß

Zitronensaft
2 EL Zimt-Zucker
200 g Sahne
20 g Zucker
2 cl brauner Rum
Butterschmalz oder Öl zum Frittieren

Zubereitung:

Schritt 1: Für den Bierteig werden Mehl und Bier mit dem Eigelb gründlich verrührt, bis ein glatter Teig entsteht. Zitronenzesten, Gewürze und Vanillezucker gemeinsam mit der Butter hinzufügen und ebenfalls glattrühren. Nun Eiweiß und Salz zu Eischnee schlagen und währenddessen langsam den Zucker einrieseln lassen. Das steife Eiweiß vorsichtig unter den Teig heben und alles beiseitestellen.

Schritt 2: Die Äpfel schälen und in etwa fingerdicke Scheiben schneiden. Das Kerngehäuse entfernen und die Apfelscheiben mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Eine Pfanne mit dem Fett bestücken und erhitzen. Die Äpfel in den Bierteig eintauchen, Überschüssiges abtropfen lassen und die Ringe in der Pfanne goldbraun ausbacken lassen. Die Äpfel anschließend auf mehreren Lagen Küchenpapier abtropfen lassen und mit Zimt und Zucker bestreuen.

Schritt 3: Währenddessen die Sahne mit dem Rohrzucker steifschlagen und langsam den Rum hinzufügen. Alles auf einem Teller anrichten und genießen!


Salamichips mit Honig-Chili-Dip

Rumäniens Küche umspielt die Geschmacksknospen stets mit einem Wirbelsturm der Aromen: Gewürze, Kräuter, Saucen, all das darf in den landestypischen Gerichten nicht fehlen. Mit diesem Rezept vereinen wir die Vorzüge rumänischer Würzkunst zu einem extravaganten Snack, der sowohl auf der Couch, als auch auf jeder Party die Essenzen des Balkans zum Strahlen bringt!

Zutaten (Für 1 Portion):

1 Pikante Mini Salami

Für den Dip:
100 g Chilischoten, gehackt
150 ml Apfelessig
1 Knoblauchzehe
280 g Tomatenmark
500 g passierte Tomaten
3 EL Honig
4 EL Joghurt

Zubereitung: 

Schritt 1: Den Ofen auf 110° C vorheizen. Währenddessen die Salami so dünn wie möglich in Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Für 10 Minuten im Ofen backen. Währenddessen den Dip zubereiten.

Schritt 2: Hierfür den Honig (ohne Pflaumen) in einen Topf geben und leicht karamellisieren lassen. Dann Tomatenmark, Essig und passierte Tomaten dazu geben und alles zum Kochen bringen. Währenddessen Chili und Knoblauch fein hacken, ebenfalls hinzugeben und alles nach kurzem Köcheln vom Herd nehmen.

Schritt  3: Nun die Salami aus dem Ofen nehmen und zwischen zwei Lagen Küchenpapier abtropfen lassen. Das überschüssige Fett vom Backpapier wischen und die Salamischeiben andersherum wieder darauflegen. Weitere 10 Minuten backen, dann erneut abtupfen und erkalten lassen. In der Zwischenzeit den Joghurt unter die abgekühlte BBQ-Sauce geben und gut verrühren.

Gemeinsam genossen ergeben Salami und Dip leckeres Fingerfood mit rumänischer Note, das jede Party rockt!


Moussaka „Pastrama-Style“

Obwohl man dieses Auflaufgericht sonst eher aus der griechischen Küche kennt, lieben auch die Rumänen ihre Moussaka. Auberginen, Tomaten, gutes Olivenöl – hier zeigt sich die mediterrane Seite des Landes. Mit original rumänischer Fleischeinlage wird ein echter Balkan-Hit daraus!

Zutaten (Für 4 Personen):
1 kg Auberginen
6 EL Olivenöl
2 große Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
450 g Pastrama
Etwas Olivenöl zum Braten
2 Dosen Tomaten
1 TL Oregano
1 TL Zimt
Salz und Pfeffer
150 g Schafskäse
3 Eier

Zubereitung:

Schritt 1: Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Auberginen gründlich waschen und grob würfeln. In einer ausreichend großen Schüssel mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen. Das Gemüse nun auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten und für etwa 20 Minuten garen. Währenddessen die Pastrama in kleine Würfel schneiden.

Schritt 2: Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken, dann in einer mit etwas Öl bestückten Pfanne leicht anbraten. Nach kurzer Zeit die Pastrama-Würfel ebenfalls in die Pfanne geben und mitbraten. Dann die Tomaten dazu geben, alles für etwa 10 Minuten köcheln lassen und mit Oregano, Zimt, Salz und Pfeffer würzen. Dann, gemeinsam mit den Auberginen in eine Auflaufform füllen.

Schritt 3: Den Käse in Würfel schneiden und gemeinsam mit den Eiern sowie Salz und Pfeffer pürieren. Die Mischung über den Auflauf geben und alles für ca. 15-20  Minuten backen,  bis die Kruste goldbraun und knusprig ist.

Fertig ist ein rumänischer Klassiker, den man am besten zu frischem Brot mit etwas Olivenöl genießt.

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